Mapping im Norden Nicaraguas: Ein kleines Urlaubsprojekt

Derzeit befinde ich mich auf einer einmonatigen Reise im Norden Nicaraguas in Zentrakamerika, genau in der Kleinstadt El Jicaro wo ich zum Schreiben dieses Blogeintrags in einem kleinen Internetcafe sitze. Zuerst sende ich der OSM Community liebe Urlaubsgrüsse und danke allen Mappern die es ermöglichen, das man in Nicaragua mittels der OpenStreetMap sehr gut mit dem Auto und in grossen Staeten auch zu Fuss navigieren kann. Garmin und co. funktionieren nämlich zur Strassennavigation sehr eingeschraenkt in Nicaragua. Mapper wie der Mapper „Centralamerica“ haben zum Beispiel bereits 9000 Aenderungen zur OpenStreetMap beigetragen. Vor zwei Wochen war die Kleinstadt „El Jicaro“ ein weisser Fleck in der OpenStreetMap, also machte ich mich als kleines Urlaubsprojekt daran POIs mit dem Handy aufzunehmen und zu taggen. Einzig einige Strassen, die Kirche und der Friedhof waren in der OpenStreetMap vorhanden.

Wie in den meisten Nikaraguanischen Städten gibt es in El Jicaro die Besonderheit, dass es keine Strassennamen und Hausnummern gibt und die Adressen aus bekannten Referenzpunkten bestehen. Man orientiert sich zum Beispiel anhand des Rathauses und einer vorhandenen Mobilfunkantenne und da alles rechteckig in Cuadras (Blöcken) angeordenet ist, orientiert man sich zum Beispiel wie folgt: von der Mobilfunkantenne 2 Blöcke nach Süden oder vom Kreisverkehr 4 Blöcke nach Norden und 3 nach Osten. Wie die Post ankommt, ist mir immer noch ein Raetsel.

Primäres Ziel meines Mappings war also herauszufinden, was die bekannten Referenzpunkte sind und vor allem diese der OSM hinzuzufügen um die OpenStreetMap in El Jicaro fuer grobe Orientierungs- und Navigationszwecke nutzbar zu machen. Aufgrund des Fehlens einer mobilen Internetverbindung nutzte ich als Werkzeug die bekannte Android App OsmAND und in Deutschland heruntergelade Offline Daten.Die aufgenommen Nodes habe ich dann mittels eines öffentlich zugänglichen Wlans zur OSM hochgeladen und dann in einem Internetcafe weiter bearbeitet.

Auf Dauer war mir das Mappen mit OsmAND zu unsystematisch und das Herumlaufen im Ort und die Aufnahme mit OsmAND zu zeitaufwendig und ich suchte eine systematischere Herangehensweise die wie folgt aussah. Ich suchte mir ein Internetcafé, wo ich ich mir das von Bing bereitgestellte GeoEye 1 Satellitenbild als Kartiergrundlage ausgedruckt habe. Damit spazierte ich herum und befragte Leute über diverse Gebäude und wichtige Referenzpunkte und zeichnete POIs analog ein.

Danach ging ich in dasselbe Internetcafé und editierte und taggte die POIS mit dem iD Editor im Browser, Ausserdem korrigierte ich den Verlauf vorhandener Strassen, taggte den Strassenbelag und lud einige Tracks hoch. Grössere Flächen von Bedeutung , wie ein Krankenhausgelände und ein lokaler Busterminal digitalisierte ich in iD auf der GeoEye- 1 Grundlage. Es machte Spass im Urlaub zur OpenStreetMap beizutragen, vielleicht animiert der Beitrag Reisende unter den Mappern ebenfalls „weisse Flecken“ auf der OpenStreetMap zu entfernen.

In diesem Sinne, Happy Mapping oder Feliz Mapeando und liebe Grüße aus Zentralamerika.

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